Na endlich! Hier kommt der unangefochtene König der Kryptowährungen, der Traum aller amerikanischen Investoren, der unheilige Gral des Kapitalismus: Der Bitcoin. Die bloße Nennung seiner Blockchain-Technologie reichte aus, um kleinen Unternehmen einen Geldsegen zu verpassen, auch wenn sie nur Eistee herstellten. Derzeit ist der Bitcoin 6.827,92 US-Dollar wert. Das entspricht zufällig genau einem Bitcoin. Zu seiner ersten Hochzeit, dem Hype zu Weihnachten 2017, kam ein Bitcoin sogar über einen Wert von 20.000 US-Dollar. Aber worum handelt es sich bei diesem Wort, das man schon so oft gehört hat und dennoch kaum fassen kann?

Erfolgsgeschichte: Hype!

Besonders bekannt wurde der Bitcoin erst vor wenigen Jahren, der Hype brach erst im Laufe des Jahres 2017 aus. Coinmarketcap führt den Kurs bis ins Jahr 2013 zurück, wo der Bitcoin noch 135 Dollar wert war. Das lag weit unter seinem rechtmäßigen Wert von 20.000, übrigens einem Wert, der im Winter 2017 exakt einem Bitcoin entsprach. Begriffe wie Blockchain, Proof-of-work, Kryptowährung und Wallet waren auf einmal in aller Munde.

Kon’nichiwa sekai (jap. “Hallo Welt”)

Die Idee hinter einer Kryptowährung existiert schon seit 1998. Damals schrieb Wei Dai, ein Computeringenieur von der Universität Washington, ein erstes Konzept. Die ersten Informationen und den Aufbau des Bitcoins führt ein Memo des bisher nicht näher identifizierten Internet-Pseudonyms „Satoshi Nakamoto“ aus. Dieses Memo stammt aus dem Jahr 2008. Wer Nakamoto wirklich ist, steht bis heute noch nicht fest und gilt als ganz eigenes Mysterium. Das Memo erklärt, wie eine elektronische Währung funktionieren würde, die den Mittelsmann – das Finanzinstitut – obsolet machen und als Bezahlungsmittel der Zukunft gelten sollte. Die Gründe, die für die Etablierung einer solchen Währung sprachen, waren für ihn beispielsweise das große Vertrauen, das man in Finanzinstitute stecken muss, die Möglichkeit eines Betrugs, und die vielen Informationen, die man allen möglichen Geldempfängern übermittelt, um eine Zahlung zu ermöglichen.

Aber wir haben doch schon Kreditkarten!

Für Nakamotos Vision sind die aber viel zu langsam. Digitale Währungen können potenziell die Funktionsweise unseres täglichen Lebens verändern. Sogar die Kommunikation von Maschine zu Maschine, Smartphone zu Kasse, Kasse zu Tür, Tür zu Auto und vieles mehr, soll damit ermöglicht werden. Das Bitcoin-Protokoll sorgt nicht nur für den Transfer von Geld. Derzeit erforscht die Community noch die unerschöpflich scheinenden Möglichkeiten der neuen Technologie.

„Stellen Sie sich selbstfahrende Taxis oder ein Geschäft, in dem Ihr Warenkorb Sie die Einkäufe bezahlen lässt, ohne dass Sie in einer Schlange anstehen müssen, vor. Viele Ideen sind möglich.“ – Bitcoin

Why is a raven like a writing desk?

Jetzt müssen wir ein bisschen in den Kaninchenbau der Technik abtauchen. Aber keine Sorge, ich werde versuchen, nicht dabei einzuschlafen. Zunächst einmal ist wichtig, was ein Bitcoin überhaupt ist. Es ist nämlich keine Münze, logisch, Münzen existieren im WWW nicht, da existieren nur Daten und Informationen. Ein Bitcoin ist im Grunde eine Kette aus digitalen Unterschriften. Wenn Sie an er Reihe sind, der Kette ein Glied hinzuzufügen, tun Sie zweierlei Dinge: Erstens unterschreiben Sie einen sogenannten Hash.

Ein Hash? Was soll das sein? Der Hash besteht aus einer zusammengefassten, verschlüsselten Version der Kette, die Ihr Vorgänger besaß. Zweitens unterschreiben Sie den Public Key des nächsten Kettenbesitzers nach Ihnen. Der Public Key ist eigentlich nur eine enorm große Zahl, die dafür benutzt wird, um Daten zu verschlüsseln. Weiter im Text.
Beide Bestandteile – den Hash und den Public Key – hängen Sie nun ans Ende der Kette. Dieser Vorgang wird wieder und wieder durchgeführt, mit jedem neuen Transaktionsteilnehmer. Nun besteht für den Bitcoin noch das folgende Problem: Was, wenn ein einzelner Teilnehmer gleich mehrere vorherige Transaktionen unterzeichnet, also mit derselben Stückmünze gleich mehrere Zahlungen tätigt?

Sicherheit geht vor

An dieser Stelle kommt der Zeitstempel ins Spiel. Der Zeitstempel nimmt ein paar Kettenglieder, steckt sie in einen weiteren Hash, nennen wir ihn Zeit-Hash, und veröffentlicht ihn an einer virtuellen Pinnwand. Jeder neue Hash beinhaltet den alten Hash, bildet also eine neue Kette. So verifizieren sich die Zeit-Hashes gegenseitig. All das macht einen großen Aufwand, vor allem auf Peer-to-Peer-Basis. Dafür benötigt es Proof-of-work – ein System, das beiden Parteien erlaubt, die Transaktionen und den Aufwand, der dabei stattgefunden hat, zu bestätigen. Einfach gesagt “bezahlt” der Empfänger seine Datenpäckchen mit ein wenig Rechenzeit.

Ursprünglich war das als Methode gegen Spam-Mail-Verteiler gedacht, funktioniert aber auch in der Blockchain. Nur, wer diese Rechenzeit aufbringt, verifiziert seine Blocks. Den dadurch entstehenden Prozess nennt man Mining. Mining erzwingt einen chronologischen Ablauf der Kette und sorgt dafür, dass Blöcke, die sich bereits in der Kette befinden, nicht im Nachhinein verändert werden können. User, die speziell für die Erstellung von Bitcoins Rechenleistung aufbringen, heißen Miners, digitale Bergarbeiter. Für ihre Arbeit erhalten sie Anteile von Bitcoins als Belohnung.

Bezahlung

Für gewöhnlich stecken Bitcoins in speziell dafür ausgelegten Wallets, elektronischen Brieftaschen. Diese können auf dem Smartphone, Computer oder anderen mobilen Geräten gespeichert werden. Vom Wallet aus sind Transaktionen in andere Wallets möglich, aber es gibt bereits auch spezielle Geldwechselautomaten, die Bitcoins in Cash umwandeln. Weitere Infos zum Kaufprozess des Bitcoin finden Sie hier.

Letzte Details

Über den Bitcoin lässt sich vieles sagen – etwa, dass er in seiner ersten Hochzeit 20.000 Dollar wert war, was früher mal dem Wert von exakt einem Bitcoin entsprach – aber ohne Zweifel hat die digitale Währung ihr ganz eigenes Mal auf der Welt hinterlassen. Manche Experten sehen im Bitcoin eine thermonukleare Gefahr für den Geldmarkt, andere den Messias einer neuen Bankenordnung. Bitcoin machte Millionäre, trieb Glücksritter zur Verzweiflung und soll die Welt verändern. Dennis Porter von der Saxo-Bank prognostiziert einen Bitcoin-Wert von 100.000 Dollar für das Jahr 2021. Fest steht aber, dass der Bitcoin nach wie vor ungeschlagen auf Platz eins aller Kryptowährungen liegt. An seine Marktkapitalisierung von 115 Milliarden US-Dollar kommt Ethereum, der derzeitige zweite Platz, nicht einmal annähernd heran. Interessieren Sie sich für Cardano, Stellar, Ripple oder IOTA, folgen Sie gerne den Links.

Dieser Beitrag ist nicht als Kaufberatung gedacht. Wir haften nicht für Anlageentscheidungen, die Sie anhand dieses Beitrags treffen.

Grafik: © Coinmarketcap/ FAQ

Titelbild: © tomertu/Fotolia

 

Ihr Ansprechpartner: Lars-Eric Nievelstein