Lange bevor Elon Musk sein rotes Tesla-Cabrio in den Weltraum schoss und glanzvoll bewies, dass in Amerika mit viel Geld alles machbar ist, war Stellar bereits dort. Die kleine Rakete, lange nicht mehr als “Ripples kleine Schwester“, trennte sich 2015 nach einem Rechtsstreit und steuerte eigene Höhen an. Mit Erfolg. So katapultierte sich die Kryptomünze samt Technologie innerhalb eines halben Jahres in die Top zehn der Kryptowährungen. Was steckt hinter dem Triebwerk der Rakete und welche Sterne warten drauf erobert zu werden?

„Ein Stern, der deinen Namen trägt …“

Gegründet wurde die „Stellar Development Foundation“ (SDF), eine Non-Profit-Stiftung, 2014 im US-Bundesstaat Delaware. Als gemeinnützige Organisation. Das Ziel: Durch kostengünstige Transaktionen Geld von überall auf der Welt überall hin zu transferieren. Die Armut so zu bekämpfen und das individuelle Potenzial auszuschöpfen.

Dazu entwickelte die Organisation ein vollständig dezentrales Zahlungsnetzwerk. Jede Währung war und ist dabei willkommen. Ohne Einschränkungen. Als Infrastruktur dient die Blockchain-Technologie. Und seit 2015 greift die Coin auf ein eigenes Protokoll zurück. Die zugrunde liegende Währung wird als Stellar-Lumen oder auch XLM bezeichnet. Das Logo: Eine kleine Rakete.

Kosmonaut oder Astronaut? Egal, Hauptsache hoch hinaus

Lange Zeit hatte das Sagen auf der Kommandobrücke der US-Programmierer Jed McCaleb. Er ist außerdem Gründer des File-Sharing-Netzwerkes eDonkey. Und der inzwischen geschlossenen Bitcoin-Börse Mt. Gox, die der Amerikaner später an Mark Karpelès verkaufte. Später, als Kryptowährungen am Horizont auftauchten, gründete McCaleb mit ein paar Kollegen die Kryptowährung Ripple. Sein erstes Kind wuchs schnell heran, wollte aber genauso schnell eigene Wege gehen. Und so trennte sich Ripple in einem millionenschweren Rechtsstreit von McCaleb. Grund: Mehrere seiner Ideen waren nicht umsetzbar. Eine dieser Ideen: Stellar.

Alleine im Weltraum?

Zunächst sah es so aus, als ob Stellar nur ein Fork von Ripple ist. Und bleibt. Doch nicht nur legte sich die Währung einen eigenen Konsens-Mechanismus (SCP) zu, sie baute individuelle Merkmale aus wie:

  • Grenzunabhängige Bezahlungen und Transaktionen (um SWIFT abzulösen)
  • Minimale Transaktionszeiten und -kosten (3-5 Sekunden; 0,00001 XLM)
  • Eine hohe Skalierbarkeit (1000 Transaktionen pro Sekunde)
  • Open Source und Eigentum der Gemeinschaft
  • Versehentlich versendete Lumen-Coins können gefreezed werden. So können sie nicht ausgegeben, sondern nur zurückgeschickt werden.

Und damit holte sich der Rakete prominente Partner mit an Bord. Seit Oktober 2017 arbeitet Stellar mit IBM zusammen. Geplant ist eine „All-in-one“-Plattform, die internationale Transaktionen von Banken beschleunigt. Seit 2016 kooperiert die SDF mit Deloitte, einem der “Big Four”-Unternehmensberater weltweit. Zudem investierte 2014 der Payment-Dienst Stripe drei Millionen Dollar in Stellar.

Was die Zukunft bereithält

In naher Zukunft sollen ICOs über die hauseigene Plattform durchführbar sein. Stellar belegt inzwischen den achten Platz unter den größten Kryptowährungen der Welt. Knapp hinter prominenten Konkurrenten wie Bitcoin, Ethereum und Ripple. Und vor Cardano und Monero. Wir sind gespannt, wohin die Reise noch geht. Denn CBNC bezeichnet Stellar als die “bislang heißeste Kryptowährung im Jahr 2018”.

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