Winter, ade! In ganz Deutschland brennen sie am Wochenende: die Osterfeuer. Meterhoch wird das Brennholz aufgeschichtet. In vielen Regionen ist das mittlerweile ein großes Volksfest. Ein weiterer Grund zu feiern und zu trinken. Dabei handelt es sich beim Osterfeuer um einen der ältesten Bräuche, die wir Jahr für Jahr feiern. Ein Brauch, der bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Mit dem großen Feuer wird der Winter verabschiedet und der Frühling begrüßt. Die Asche wird anschließend über die Felder gestreut, um für Fruchtbarkeit und reiche Ernte zu sorgen.

Das Osterfeuer als Symbol für ewiges Leben und Licht im Dunkeln: Im christlichen Glauben ist Ostern einer der höchsten und wichtigsten Feiertage. Am Osterfeuer wird die Osterkerze entzündet, die das ganze Jahr über brennt. In nahezu jeder Stadt und jedem Dorf werden Osterfeuer von privaten oder öffentlichen Veranstaltern durchgeführt. Aber was muss bei der Planung und Durchführung eines Osterfeuers beachtet werden?

Spiel mit dem Osterfeuer: Wer haftet für Schäden?

Über das Feuer springen. Alkohol ins Feuer gießen. Je angeheiterter die Stimmung, desto übermütiger werden die meisten feiernden Gäste. Gerade deshalb ist es wichtig, das offene Osterfeuer zu beaufsichtigen, raten Feuerwehr und Polizei. So wird verhindert, dass sich Flammen unkontrolliert ausbreiten. Ein ausreichender Sicherheitsabstand zu Häusern, Bäumen und zur Straße ist immer verpflichtend. Abfälle oder Sperrmüll dürfen nicht verbrannt werden. Wer gegen diese Auflagen verstößt, dem drohen Strafen in Höhe bis zu 50.000 Euro. Mindestens genauso hoch waren in den letzten Jahren die Schäden, die Funkenflug oder ein unkontrolliertes Ausbreiten des Feuers verursacht haben.

Kommen Besucher durch Funkenflug oder die Unvorsichtigkeit des Veranstalters zu Schaden, haftet in den meisten Fällen der Veranstalter selbst. Richtet ein örtlicher Verein das Osterfeuer aus, sollte dieser vorher abklären, ob er dafür eine zusätzliche Veranstaltungshaftpflichtversicherung abschließen muss. Für kleinere Schäden, die der Veranstalter nicht zu verantworten hat, kommt die eigene Haftpflicht auf.

Dein Geld kann mehr

Keine Lust auf die große Party in der Stadt, mit der Kirche nichts zu tun? Ein privates Osterfeuer im Garten ist die perfekte Alternative. Auf den ersten Blick. Denn in den letzten Jahren haben sich die Bestimmungen für Osterfeuer im eigenen Garten teilweise stark geändert. Nachdem gerade private Feuer immer wieder zu unkontrollierten Bränden führten, ist häufig eine entsprechende Genehmigung von der Kommune oder dem Landratsamt nötig. In manchen Regionen wird es mittlerweile schwer diese zu erhalten:

“Meistens sind Osterfeuer nur unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt, etwa wenn sie der Brauchtumspflege dienen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn ein Verein eine öffentlich zugängliche Veranstaltung ausrichtet”, so Brandoberinspektor Torge Brüning, Sicherheitsexperte der R+V Versicherung.

Wer dennoch ein Feuer im Garten entzündet, muss im schlimmsten Fall mit einem Feuerwehreinsatz rechnen. Auf eigene Kosten.

Titelbild: © yuratosno

Elisabeth Greber

Ihr Ansprechpartner: Elisabeth Greber

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