“I have never worked a day in my life without selling. If I believe in something, I sell it, and I sell it hard.”

Estée Lauder (1906 – 2004)

Estée Lauder Companies sind sich seit der Gründung 1946 in Qualität und familiärer Unternehmungsführung treu geblieben. Mittlerweile beliefern sie 150 Länder mit nachhaltigen Produkten, nennen 25 Marken ihr Eigen und sind in 53 Aktienfonds vertreten. Ihr Portfolio beinhaltet ausschließlich hochrangige Labels, wie Clinique, MAC, La Mer, Jo Malone, Bobbi Brown, Aveda sowie Donna Karan. Mit über 20.000 Mitarbeitern weltweit und rund 400 Wissenschaftlern gehören sie zu den bedeutensten Kosmetikkonzernen der Welt. Das acht Milliarden Dollar schwere Unternehmen hat sich außerdem auf nachhaltige Chemie spezialisiert und widmet sich seit 1992 mit der Pink Ribbon-Kampagne dem Kampf gegen Brustkrebs. Investition, die sich lohnt? Wir haben für Sie recherchiert!

Anchorwoman Esty

Estée Lauder (geboren am 01. Juli 1906) hieß mit bürgerlichem Namen Josephine Esther Mentzer. Aus ihrem Spitznamen Esty wurde später Estée, ein Name, der zu einem hochwertigen Markenzeichen der Kosmetikindustrie geworden ist. Als Immigranten-Tochter europäisch-jüdischer Eltern baute sie sich unter einfachsten Verhältnissen ein Kosmetik-Imperium auf und zog sich erst im Jahr 1995 aus ihrem Unternehmen zurück, das sich mit über 25 Marken in den  Kosmetik- und Parfum-Olymp manövrierte. Dennoch stieg ihr der Erfolg nicht zu Kopf und der direkte Kontakt zu Make-up Artists, Schönheitsberatern und ihren Kundinnen war eines ihrer Erfolgsgeheimnisse.

Die erste Hautpflegecreme mixte die charmante aber hartnäckige Geschäftsfrau in der elterlichen Küche. Ganz nach dem Vorbild ihres Onkels John Schotz, der als ungarischer Chemiker und Apotheker ebenfalls Kosmetikprodukte entwickelte. Ihr Geheimrezept: Man mische Leidenschaft mit einem revolutionären Geschäftssinn und einer Prise Bodenständigkeit.

Ihre Marketingstrategie war simpel. Sie verkaufte ihre Cremes, Öle und Salben auf Hausfrauenpartys, in Schönheitssalons und Hotels. Schließlich überzeugte sie das Edelkaufhaus Saks in der New Yorker Fith Avenue, ihre Kosmetik probeweise mit ins Sortiment aufzunehmen und so nahm mit ihrem ersten Auftrag das Beauty-Wunder seinen Lauf.

Family Business

1998 kührte sie das TIME Magazine als einzige und erfolgreichste Frau zu den 20 einflussreichsten Geschäftsleuten des 20. Jahrhunderts. Bis dato zählte sie zu den reichsten Frauen der Welt. Ihr Vermögen teilte sie zudem durch Spenden für soziale und kulturelle Zwecke. 2004 verstarb Estée Lauder, die ihr Unternehmen an ihre Kinder und Enkelkinder weitergegeben hat, und bekam kurz vor ihrem Tod mit der “Presidental medal of Freedom” die höchste zivile amerikanische Auszeichnung vom damaligen US-Präsident George W. Bush überreicht.

Im April lies Konzernchef Fabrizio Freda verlauten, dass aufgrund des um 2,4 Prozent gesunkenen Gewinns (auf knapp 266 Millionen Dollar) im ersten Quartal 2016 bis zu 1200 Stellen eingespart werden sollen. Um den Umsatz, der im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 Prozent und somit auf 2, 7 Milliarden Dollar angestiegen ist, weiter auszubauen, würden unter anderem die Stellen, die durch Mitarbeiter, die in den Ruhestand gehen, nicht mehr neu besetzt. Das Unternehmen sei jedoch bemüht, jüngere Entlassene zu vermitteln. Es investiert in laufende Abfindungen und weitere Kosten der Stellenreduzierungen rund 700 Millionen Dollar.

Marketingstrategie

Bahnbrechend war jedoch ihre Idee, Proben ihrer Produkte anzubieten, um diese vorzustellen und an die Frau zu bringen. Dass Werbeagenturen sie zu diesem Zeitpunkt aufgrund eines zu kleinen Budgets ablehnten, schreckte die “cosmetics queen” nicht ab. So machte sie sich selbst nicht nur zur erfolgreichen Unternehmerin, sondern auch zur selfmade PR-Managerin und war sich nie zu schade, ihren Kundinnen mithilfe ihres “High-Touch-Services” die Cremes persönlich aufzutragen.

“I didn’t get there by wishing for it or hoping for it, but by working for it.”

1946 gründete sie gemeinsam mit ihrem ersten Mann Joseph Lauter das Unternehmen Estée Lauder Companies, die mit Helena Rubinstein, Revlon und Elizabeth Arden auf große Konkurrenz stießen. Ganz nach dem Motto: Konkurrenz beflügelt das Geschäft, schaffte sie 1953 mit ihrem Badeöl “Youth Dew” (Tau der Jugend), das die jugendliche Schönheit bewahren sollte, den großen Durchbruch. Die Kundinnen waren vor allem deshalb begeistert, weil der Badezusatz weitaus erschwinglicher war, als kostspielige Parfums. Nach jeder neuen Filialeröffnung schulte sie eine Woche lang ihre Beraterinnen in Verkaufstechnik und Warenpräsentation.

Knapp zehn Jahre später konnte sie endlich mit großen Werbekampagnen, für die sie Stars und bekannte Models engagierte, für Aufmerksamkeit sorgen. Nach ihrem ersten großen Produkterfolg folgten weitere Verkaufsschlager aus dem Parfum-Segment wie 1972 mit dem Clinique Aromatics Elixir, Lauder White Linen im Jahr 1978, Lauder Pleasures 1998 und weitere. Ihr exklusiver Kunden- und Freundesstamm wuchs bis zur Herzogin von Windsor über Fürstin Gracia Patricia von Monaco, bis hin zu Michail Gorbatschow und seiner Frau Raissa, die ihren Firmensitz in der Fifth Avenue besuchten.

Soziales Engagement

1992 wurde Estys Schwiegertochter Evelyn H. Lauder mit ihrer Idee, die rosa Schleife (Pink Ribbon) als Symbol für den Kampf gegen den Brustkrebs einzusetzen und der dazugehörigen Kampagne “Breast Cancer Awareness Campaign” große Anerkennung zuteil. Im Jahr 2011 verstarb Evelyn im Alter von 75 Jahren an Brustkrebs. Die Kampagne geht nun ins 24. Jahr (internationaler Brustkrebstag ist der 01. Oktober) und hilft durch weltweite Aktionen und Spenden-Kampagnen vor allem junge Frauen für die heimtückische Krankheit zu sensibilisieren. Selbst Mitarbeiter, die für Estée Lauder Companies tätig sind, sind bei den Aktionen mit von der Partie und dank spezieller Pink Ribbon-Produkte können die Erlöse in die Forschung, in Krebstherapien und Präventionsmaßnahmen fließen. Mittlerweile hat die BCA Kampagne mit Hilfe der über 70 teilnehmenden Länder rund 58 Millionen Dollar für Projekte, Forschung und Prävention erwirtschaftet.

Dein Geld kann mehr

Seit 1995 ist Estée Lauder Companies im Aktienindex S&P 500 (Standard & Poor’s 500), in dem die Kursindexe der 500 größten börsennotierten US-amerikanischen Unternehmen erfasst werden, gelistet und zählt zu den wichtigsten Aktienindizes der Welt. Das Unternehmen legt sein Hauptaugenmerk auf den Bereich nachhaltige Chemie, wie recyclebare Verpackungen, Abfallverringerung und Energieeinsparungen. Leider verzichtet Estée Lauder nicht vollkommen auf Tierversuche, hält sich allerdings laut oekom research an die gesetzlichen Vorschriften. Die aktuelle Börsen-Performance finden Sie hier. Eine Investition ist zum Beispiel über “Styler Fonds” möglich, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, faire und nachhaltige Marken in ihr Unternehmens-Portfolio für ethisch-ökologische Aktienfonds aufzunehmen. Allerdings sollte dabei immer bedacht werden, dass das Thema Nachhaltigkeit noch immer sehr unterschiedlich definiert wird.

Titelbild: © New York World-Telegram and the Sun staff photographer: Sauro, Bill, photographer

 

 

 

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