Laut einer Studie von TNS Infratest sind die Deutschen bei Aktieninvestments eher zurückhaltend. Lediglich 4 Millionen Bürger investierten im vergangenen Jahr in Wertpapiere. Bei Fonds hingegen, sieht das schon anders aus. Rund 6,3 Millionen Deutsche entschieden sich für diese Anlageform. Doch was sind Fonds eigentlich genau? Und welche Unterschiede gibt es zwischen den verschiedenen Arten?

Kurz und knapp die Basis: Was sind Fonds?

Grundsätzlich ist ein Fonds ein Geldmittelbestand. Also ein Topf mit Geld, der für einen bestimmten Zweck zur Verfügung stehen soll. Es gibt Währungsfonds, Staatsfonds und auch Investmentfonds. In der Regel versteht man unter „Fonds“ letztere „Investmentfonds“ – also private Geld- und Kapitalanlagen. Plakativ gesagt, legen in einen solchen Fonds viele Anleger ihr Geld zusammen und erteilen einem Experten den Auftrag, das Kapital ertragreich zu investieren.

Fonds ist nicht gleich Fonds!

Beschäftigt man sich näher mit dieser Anlageform, kann das schon mal verwirren. Denn Fonds ist nicht gleich Fonds. DAS INVESTMENT hat herausgefunden, welche Fondsarten die Deutschen am häufigsten googeln. Und das nehmen wir zum Anlass, Euch diese mal genauer zu erklären:

Aktienfonds

Aktienfonds sind Investmentfonds, die zum mehrheitlichen Teil oder ausschließlich in Aktien investieren. Die Aktien können innerhalb des Fonds inhaltlich variieren oder einen thematischen Bezug haben. So kann der Fonds global aufgebaut sein, also aus einem Mix von internationalen Aktien bestehen, oder auch speziell geographische oder wirtschaftliche Bereiche zusammenfassen.

Beispielhaft hierfür wären so genannte ökologische Investmentfonds, die nur in Anteile solcher Firmen investieren, die Wert auf eine umweltfreundliche Produktion und nachhaltige Produkte legen.

Exchange Traded Funds (ETFs)

ETF ist die Abkürzung der englischen Bezeichnung exchange-traded fund. Es handelt sich um Indexfonds, die an der Börse gehandelt werden. Indexfonds versuchen die Entwicklung eines Indexes möglichst genau abzubilden. Die Titel und Gewichtung der Investments in einem solchen Fonds werden also vom Index genau vorgegeben. Indizes wiederum sind Marktbarometer, die eine Wertentwicklung des Marktes erfassen.

Das Prinzip: Investiert man beispielsweise in einen DAX-ETF spekuliert man auf die Kursentwicklung des Deutschen Aktienindexes. Die Titel des ETF und deren Gewichtung ergeben sich aus den 30 börsennotierten DAX-Unternehmen. Steigt also der DAX, steigt auch der ETF. Entsprechend umgekehrt.

Rentenfonds

Rentenfonds sind – wie der Name bereits verrät – Investmentfonds, die zu großen Teilen oder ausschließlich in Anleihen (Rentenpapiere) investieren. Anleihen wiederrum sind eine Art „Darlehen“ in Form von zinstragenden Wertpapieren, die dem Gläubiger das Recht auf Rückzahlung inklusive der Zahlung von Zinsen einräumt. Die Herausgeber der Anleihen sind zum Beispiel Staaten oder Industrieunternehmen. Der Rentenfonds erwirtschaftet seinen Wertzuwachs also durch Zinszahlungen und den Handel mit Wertpapieren.

Das Prinzip: Ein deutscher Rentenfonds profitiert dann, wenn die Zinsen sinken. Denn dann steigen die Kurse der Anleihen stark an. Andersherum erwirtschaftet der Rentenfonds weniger Geld, wenn die Zinsen steigen und die Kurse für Anleihen entsprechend sinken.

Offene Immobilienfonds

Offene Immobilienfonds sind Investmentfonds, die es für Anleger möglich machen, sich an Immobilien zu beteiligen. Bei einem offenen Fonds muss sich das Vermögen je nach Fondsgröße jedoch auf mehrere Immobilien verteilen. Bei den zu investierenden Immobilien handelt es sich meistens um Gewerbeimmobilien. Die Erträge werden durch geschickte Wertsteigerungen der Objekte oder durch Mieterträge erwirtschaftet.

Das Prinzip: Immobilien werden so auch für Kleinanleger börsentauglich angeboten. Ein Verkauf oder Kauf der Fondsanteile ist dabei durch die zusätzliche Investition in Zinspapiere jederzeit möglich.

Mischfonds

Wie der Name bereits verrät, sind Mischfonds Investmentfonds, die mehrere Anlagearten miteinander verbinden. Darunter Aktien, Rentenpapiere, Rohstoffe oder Immobilien. Das Mischungsverhältnis der Anlageklassen wird je nach Risikobereitschaft angepasst. Konservative Fonds besitzen einen höheren Anteil an Rentenanteilen, progressive Fonds einen größeren Teil, der in Aktien investiert.

Das Prinzip: Die Kombination unterschiedlicher Fondsarten führt zum gegenseitigen Ausgleich der Risikowahrscheinlichkeit. Erträge aus wachstumsstarken, jedoch risikoreichen Aktienfonds werden verbunden mit Erträgen aus wachstumsschwachen, jedoch risikoärmeren Anlagen wie Rentenpapiere.

Titelbild: ©Horváth Botond

Ihr Ansprechpartner: Vanessa Solleder

Zur Website