Es klingt nach einer sinnvollen Investition sein Geld in ethisch-ökologische Investmentfonds zu stecken. Doch selbst nach außen angepriesene nachhaltige Produkte entpuppen sich in vielen Fällen als Augenwischerei. Laut eines Rankings der Verbraucherzentrale Bremen und Stiftung Warentest, erfüllt von insgesamt 46 geprüften Angeboten gerade mal ein Fonds alle Kriterien eines zu 100 Prozent ethisch-ökologischen-Produktes. Untersucht wurden 12 Rentenfonds und 34 Aktienfonds.

Testablauf

Alle Fondsgesellschaften erhielten einen ausführlichen Fragebogen. Die Fondsdaten zum Thema Nachhaltigkeit haben alle Anbieter selbst angegeben. Zudem arbeiten die Fondsanbieter mit Agenturen zusammen, die wiederrum Firmen und Staaten nach ethischen und ökologischen Kriterien bewerten. Insofern sind sie auf die Angaben der Agenturen angewiesen. Spätestens an dieser Stelle wird der Bereich Transparenz selbst für die Fondsgesellschaften zur heiklen Vertrauenssache.

Nachhaltig ist nicht gleich nachhaltig

Seitdem Bio-Lebensmittel nicht mehr aus den Supermarktregalen wegzudenken sind, fragt man sich, welche Bedingungen diese Produkte erfüllen müssen, um sich so nennen zu dürfen. In anderen Bereichen sieht es ähnlich aus. Allerdings gelten längst nicht immer einheitliche Regelungen und strenge Richtlinien. Umso mehr stellt sich die Frage: Nach welchen Kriterien sollte ein ethisch-ökologischer Investmentfonds ausgewählt werden und wann ist ein Produkt wirklich nachhaltig?

Die Grundproblematik ist “einfach”. Ethisch-ökologische Investmentfonds müssen keine Mindeststandarts erfüllen und auch der Begriff Nachhaltigkeit unterliegt unterschiedlichsten Definitionen. Ähnlich wie bei dem Begriff “Wellness”, den Hotels oder Dienstleister aus dem Kosmetik-Bereich gerne aufgreifen, um potentielle Kunden zu gewinnen. Da wird schnell aus einem Saunabereich und einer Bar mit frisch gepresstem O-Saft DIE Wellness-Oase schlechthin. Umso weniger verwundert es, dass Stiftung Warentest von insgesamt 46 geprüften Angeboten gerade mal den ÖKOWORLD ÖKOVISION CLASSIC-Fonds empfehlen kann, weil dieser als einziger konsequent alle umstrittenen Geschäftsfelder meidet. Darauf folgt mit 68 Prozent der Triodos Sustainable Equity R ausschüttend und mit 65 Prozent der Steyler Fair und Nachhaltig Aktien R. Am schlechtesten schnitt der Allianz Global Sustainability A EUR-Fonds ab, der den Test-Ansprüchen der Verbraucherzentrale Bremen und Stiftung Warentest nur zu “einem Prozent” gerecht wurde.

Große Unterschiede bei den Ausschlusskriterien

Ein wichtiger Bewertungspunkt war der Klimaschutz. Dieser sollte neben der Investition in Erneuerbare Energien und der Energieeffizienz auch Unternehmen ausschließen, die mit klimaschädlicher Kohle- und Ölindustrie in Zusammenhang gebracht werden. 39 der 44 untersuchten Investmentfonds (zwei Staatsanleihen-Fonds wurden in die Ergebnisse nicht einbezogen) verzichten nicht auf Industrien, die dem Klima schaden. Weitere sogenannte nachhaltige Produkte können nicht ausschließen, dass Umsatz mit Investitionen in Kriegsgeräte wie Panzer und Waffen erwirtschaftet wird. Fünf der untersuchten Fonds können Kinderarbeit nicht explizit ausklammern. Transparent sind gerade mal 13 der 46 Fonds. Bei 20 Produkten ist der Nachhaltigkeitsgrad schwer einsehbar. In einem Bereich sind sich jedoch alle Fonds einig: In Firmen, die Antipersonenminen und Streumonition herstellen, wird kein Geld gesteckt.

Das vollständige Testergebnis können Sie hier aufrufen.

Dein Geld kann mehr

ÖKOWORLD ÖKOVISION CLASSIC existiert bereits seit 1996 und zählt zu den erfolgreichsten und bekanntesten Öko-Fonds. Dank des konsequenten Nachhaltigkeitsgedankens der ÖKOWORLD AG wird ausschließlich in Unternehmen investiert, die durch strengste ökologische, soziale und ethische Aspekte herausstechen und attraktive Dividenden versprechen. Bereits zum vierten Mal überzeugte er beim österreichischen Fondspreis in der Kategorie “Sustainable Investement” und gewann auch den deutschen Fondspreis 2016. Wer in den Testsieger investieren will, kann sich hier einen Überblick über die letzten zehn Börsentage verschaffen und einen Beratungstermin vereinbaren.

Titelbild: © Romolo Tavani/FotoliaMerkenMerken

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