Wer Kinder hat, trägt eine hohe Verantwortung. Viele Eltern unterliegen dem Irrglauben, dass sich das Sorgerecht für ihre Kinder im Todesfall automatisch auf nahe Verwandte überträgt. Dies ist aber nicht immer der Fall. Eine wirkungsvolle Absicherung ist die Sorgerechtsverfügung. Sie regelt die Vergabe des Sorgerechts für den Ernstfall bereits zu Lebzeiten.

Was ist eine Sorgerechtsverfügung?

Wenn Eltern plötzlich und unvorhergesehen versterben, beispielsweise bei einem Autounfall, stellt sich die Frage nach dem Sorgerecht für ihre minderjährigen Kinder. Mit einer Sorgerechtsverfügung treffen Eltern bereits zu Lebzeiten eine Entscheidung. Sie legen fest, wer sich nach ihrem Ableben um den Nachwuchs kümmern soll. Diese Art der Verfügung ist nicht explizit im Gesetz geregelt, reiht sich aber in die Systematik des Familienrechts ein.

Die Möglichkeit einer Verfügung nutzen häufig alleinerziehende Elternteile. Sie möchten dafür sorgen, dass ihr Wille auch nach dem Ableben ihrer Kinder Beachtung findet. Wenn es zwei Elternteile gibt und einer davon verstirbt, geht das Sorgerecht automatisch auf den überlebenden Teil über, so regelt es der § 1680 BGB. Wenn die Eltern getrennt leben oder einer der Elternteile das alleinige Sorgerecht innehält, gibt es eine andere Regelung. Das Sorgerecht darf dem anderen Elternteil nur übertragen werden, wenn es dem Wohl des Kindes nicht schadet.

Sorgerechtsverfügungen: Anwendung der Vorschriften für Testamente

Die Sorgerechtsverfügung ist eine Unterform des Testaments. Denn der Verfasser oder die Verfasserin trifft eine Regelung für den Todesfall. Deshalb sind die Vorschriften für Testamente anwendbar. Der Verfasser muss die Verfügung handschriftlich verfassen. Bei verheirateten Eltern muss nur ein Elternteil der Vorschrift entsprechen: Es reicht aus, wenn der andere Part seine Unterschrift unter die Verfügung setzt. Unverheiratete Elternpaare sollten jeweils eine eigene Verfügung erstellen.

Der Inhalt der Verfügung sollte den gewünschten Vormund und eine weitere Ersatzperson benennen. Der Ausschluss von Personen ist möglich. Wenn der Todesfall eintritt, wird der Richter die Wahl der Eltern akzeptieren. Wenn der gewählte Vormund zu jung oder zu alt ist, sollte die gewünschte Vormundschaft ordentlich begründet werden. Gute Argument unterstützen den Auswahlprozess. Sorgerechtsverfügungen können handschriftlich verfasst oder bei einem Notar hinterlegt werden. Die Aufbewahrung kann auch gegen eine Gebühr bei einem Nachlassgericht erfolgen.

Wenn die Verfügung bei einem Notar verfasst wird, reicht eine Unterschrift aus. Der Text darf bei Notaren maschinell verfasst werden. Denken Sie daran, dass Sie sich nicht für eine Person entscheiden müssen. Es ist möglich, dass Sie mehrere Personen gleichrangig als Vormund nennen.

Bildnachweis (c) ViDi Studio

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