Die Abkürzung ETFs steht für “Exchange-traded fund”. Es handelt sich dabei um Aktien-Indexfonds, die an der Börse gehandelt werden. Sie bilden den bestehenden Aktienindex nach und erfreuen sich einer steigenden Beliebtheit als Geldanlage. ETFs haben für den Anleger den Vorteil, dass die beteiligten Investments stark gestreut sind. Im Weltaktienindex (MSCI World) sind beispielsweise über 1.600 Aktien enthalten. Anleger profitieren von einer einfachen Investitionsmöglichkeit – und mit den damit verbundenen Entwicklungen am Markt.

Exchange-traded fund: Nachbildung von Indices in Fonds

Die Idee für ETFs kam in den USA der 1970er Jahre auf. Exchange-traded funds bilden Indizes in Form von Fonds nach und sind in Europa seit der Jahrtausendwende handelbar. Die Anlageform erfreut sich einer immensen Beliebtheit: Europäische Anleger haben bereits über 400 Milliarden Euro in Exchange-traded funds investiert. Die Gründe dafür sind vielfältig;

Sehr geringe Kosten

ETFs sind in ihrer Kostenstruktur wesentlich günstiger als vergleichbare Investmentsfonds. Die Kosten sind dabei transparent und übersichtlich. Und es fallen keine Kosten für Ausgabeaufschläge an. Da kein aktives Management erforderlich ist, sind auch die Verwaltungsgebühren vergleichsweise niedrig. Sie betragen – je nach Anbieter – zwischen 0,2 bis 0,5 Prozent.

Kein Emittentenrisiko

Kapital, das in ETFs liegt, wird als Sondervermögen behandelt. Es ist daher vom Emittenten getrennt und bleibt auch im Falle einer Insolvenz erhalten. Dies trifft bei Index-Zertifikaten gerade nicht zu, da diese aus rechtlicher Sicht Inhaberschuldverschreibungen darstellen.

Hohe Flexibilität und Transparenz

ETFs sind wie Aktien: Sie können jederzeit an der Börse gehandelt werden. Anleger haben die Möglichkeit, ihre Investitionen schnell und flexibel an den Markt anzupassen. Außerdem setzen sie sich aus denselben Aktien zusammen, die sich im zugehörigen Index befinden. Sämtliche Börseninformationen sind jederzeit einsehbar.

Breite Risikostreuung

ETFs haben eine breite Zusammensetzung. Die Streuung der Anlage verringert dabei das Risiko eines Totalverlustes und bietet dennoch entsprechende Renditeaussichten.

Somit ähneln ETFs durchaus einem Investmentfond. Der grundlegende Unterschied aber liegt darin, dass der Anleger ETFs wie Einzelaktien selbst handeln kann. Er kann sie  jederzeit kaufen und verkaufen. Das Geld ist nicht gebunden. Wenn ein Anleger in ein einzelnes Unternehmen investiert und dieses insolvent geht, sind seine Aktien wertlos. Bei Exchange-traded funds investiert der Anleger in ein Portfolio, in dem sich Unternehmen aus verschiedenen Branchen befinden. Ein Totalverlust ist aufgrund der Zusammensetzung nahezu ausgeschlossen. Die Kehrseite liegt darin, dass ETFs nicht besser abschneiden können als der Markt. Das minimierte Risiko geht zu Lasten einer überschaubaren Rendite. Überproportionale Wertsteigerungen, wie sie bei Einzelaktien vorzufinden sind, sind nahezu ausgeschlossen.

Steuern und Anlagestrategien

ETFs weisen unterschiedliche Strukturen auf. Einige Anlageformen schreiben dem Käufer jährliche Dividenden gut, andere legen den Gewinn wieder automatisch an. Letzteres ist vor allem für Anleger interessant, die eine Wertsteigerung erzielen möchten. Allerdings müssen Anleger mit wiederanlegenden ETFs diese in der Steuererklärung berücksichtigen  und ihre einbehaltenen Dividenden angeben. Bei synthetischen ETFs fällt die Steuer indes erst beim Verkauf an.

Bildnachweis (c) ead72

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