Dem anhaltend niedrigen Zins mag es geschuldet sein: Immer mehr Deutsche trauen Aktieninvestments deutlich mehr zu als “klassischen” Anlageformen. Wie eine aktuelle Studie der Axa zeigt, sieht jeder fünfte Deutsche in diesen die besten Renditechancen. Aber den Einstieg trauen sich dennoch nur wenige zu. 40 Prozent der Befragten sagen: „Ich würde gern Geld an der Börse anlegen, mir fehlt aber das Wissen dazu.“ Um Euch den Einstieg in das Thema zu erleichtern, haben wir mit einem Fondsexperten gesprochen: Dirk Fischer, Geschäftsführer der Patriarch Multi-Manager GmbH.

Dirk Fischer, Geschäftsführer Patriarch Fonds

Dirk Fischer, Geschäftsführer Patriarch Multi-Manager GmbH

Redaktion: Herr Fischer, Umfragen zeigen deutlich, dass Sparbücher und Tagesgeldkonten immer noch die beliebtesten Anlageformen sind. Wieso?

Dirk Fischer: Das hat damit zu tun, dass die Finanzbildung in Deutschland leider nicht gut ausgeprägt ist. In der Schule kommt das Thema kaum vor. So lernen viele Deutsche einfach nicht genug Alternativen kennen. Auch negative Erfahrungen in der jüngeren Vergangenheit mit anderen Investments haben die deutschen Anleger verunsichert. Da wird dann lieber auf Traditionelles vertraut.

Das Fatale: Genau diese Anlageformen sind bei einer Bankenkrise am stärksten betroffen. Und nicht zuletzt hat unsere Regierung während der letzten Finanzkrise 2008 öffentlich verkündet:

„Wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind“.

Das hat viele Anleger komplett fehlgeleitet.

Redaktion: Und wer sich stattdessen jetzt umorientieren will? Was sind Ihre drei Investment-Tipps für Einsteiger, die sich noch nicht so gut auskennen?

Dirk Fischer: Erstens: Lassen Sie sich objektiv und neutral beraten, um Wissen aufzubauen. Zweitens: Achten Sie bei der Geldanlage auf Streuung. Wer Anlagerisiken streut, der rutscht nicht aus. Drittens: Eine regelmäßige Fondsanlage, also ein Sparplan, bietet sich für einen Anfänger besonders an, da man über die verschiedenen Kaufkurse einen Durchschnittseinstiegspreis bildet. Das nennt man den Cost-Average-Effekt.

Redaktion: Haben Sie spezielle Investment-Tipps für junge Menschen?

Dirk Fischer: Einfach mal an die Materie herantasten. Über Volkshochschulkurse, Anlegermessen, Börsenspiele. Aber vielleicht ist das etwas zu analog für das 21. Jahrhundert. Natürlich wird auch im Social Media Bereich einiges angeboten. Wir selbst haben zum Beispiel die Seite www.rocket-fonds.de ins Leben gerufen und sind sehr aktiv auf Facebook. Über die Seite sind ein Anlageratgeber und ein Fondscrashkurs downloadbar. Erfahrene Anleger können sich hier in einer Mastermindgruppe austauschen.

Redaktion: Mit Patriarch entwickeln und vertreiben Sie selbst Fondsprodukte: Welche sind die interessantesten für Privatanleger und warum?

Dirk Fischer: Diese Frage lässt sich nicht so ohne weiteres beantworten. Denn jeder Anleger ist unterschiedlich und das muss ich natürlich berücksichtigen. Das Spektrum reicht von erzkonservativ bis hochspekulativ. Derzeit investieren viele Anleger in den Patriarch Classic TSI Fonds (WKN: HAFX6Q), da dieser Fonds in den letzten knapp vier Jahren seit seiner Erstauflage eine wirklich atemberaubende Aktienperformance an den Tag gelegt hat. Mit einer Gesamtrendite von etwa 75 Prozent (16 Prozent pro Jahr.), Stand heute, hat der Fonds mal eben das ohnehin schon gute Ergebnis des deutschen Aktienmarktes (DAX) in demselben Zeitraum verdoppelt. Das Ergebnis macht natürlich vielen Anlegern Spaß. Doch ein Aktienfonds kann auch einmal fallen, daher sollte der Anleger dieses Risiko auch kennen und verstehen.

Ansonsten werden derzeit stark asiatische Aktien gesucht, die ebenfalls seit Jahren hervorragend laufen – hier wäre der GAMAX Asia Pacific Funds (WKN: 972194) mein Tipp. Einsteiger, die eher ein Rund-um-Sorglos-Paket in einer Lösung suchen, sollten sich unbedingt die Strategien unseres Robo-Advisors „truevest“ unter www.truevest.de einmal ansehen. Das passt für jedermann.

Redaktion: Können Sie einem Finanzmarktlaien die Strategie dieser Fonds in einfachen Worten erklären? Und wer kauft die Aktien für diesen Fonds? 

Dirk Fischer: Ich vergleiche den Patriarch Classic TSI-Fonds gern mit einem Surfer. Ein Surfer reitet eine Welle solange, bis sie bricht. Nichts Anderes tut unser Fonds mit einer Aktie. Er kauft nur Aktien, die schon einen ersten Trend ausgebildet haben und bleibt solange dort an Bord, bis dieser Trend irgendwann einmal versiegt. Es werden also bewusst keine billigen Aktien gesucht, sondern eindeutig die attraktivsten und dynamischsten Aktien.

Gemanagt wird der TSI-Fonds von einer Maschine, dem Trend-Signale-Indikator-System. Und die lässt sich nicht von Emotionen leiten, sondern nur von Kurstrends. Das hat einen deutlichen Vorteil: Häufig würde ein Mensch diese Werte emotional nicht mehr kaufen, da sie ihm zunächst einmal zu teuer erscheinen. Aber wer hätte nicht lieber Aktien von Facebook, Google (Alphabet) oder Apple bereits vor Jahren gekauft?

Im Fonds befinden sich Aktien, an denen der Fonds schon 350 Prozent verdient hat. Geldverdienen muss nicht kompliziert sein, wenn man ein funktionierendes System hat.

Redaktion: Beim Stöbern auf Ihrer Website war für uns nicht ganz ersichtlich, wie man bei Ihnen investieren kann. Oft sind die Inhalte nur für institutionelle Anleger gedacht. Ich bin doch aber Privatanleger. Wie kann ich denn nun als Endverbraucher anlegen?

Fischer: Das liegt daran, dass wir Produktentwickler sind. Das heißt wir bauen Produkte, beraten aber keine Endkunden. Gleichzeitig verfügen wir aber über ein Netzwerk von unabhängigen Beratern bundesweit, die wir einem Interessenten in seiner räumlichen Nähe empfehlen können. Außerdem kann ein Interessent direkt über www.truevest.de in unsere besten vier ausgewählten Fondsvermögensverwaltungsstrategien kostengünstig selbst investieren. Denn hier fallen keine Einstiegskosten oder Depotgebühren an. Wer über seine Bank investieren möchte, muss sich nur die WKN- oder ISN-Nummer des Fonds merken, für den er sich interessiert, und diese plus seine gewünschte Investitonssumme seinem Berater mitteilen.Es gibt natürlich immer wieder Banken, die versuchen dem Interessenten lieber ein hauseigenes Produkt zu verkaufen – aber da muss man einfach hart bleiben.

Redaktion: Mal Butter bei die Fische: Ab wann bin ich denn als Kunde für Sie interessant? Wie viel Kapital muss ich mitbringen? Und wie groß ist meine Risikobereitschaft?

Dirk Fischer: Wir entwickeln Produkte für Jedermann. Daran zu erkennen, dass der Einstieg in unsere hauseigene Altersvorsorgepolice, die A&A Superfonds-Police, für Eltern bereits ab 25 Euro für ihr Kind zu haben ist. Unsere Fondsprodukte sind ab 50 Euro besparbar und unsere komplexeren Fondsvermögensverwaltungslösungen sind bereits ab 10.000 Euro einmalig zu erwerben. Der Patriarch-Durchschnittskunde unter unseren Tausenden von Investoren hat bei uns 40.000 Euro investiert. Wir machen hier keine Unterschiede nach der Vermögensgröße.

Das ist das tolle an der Fondsidee – alle investieren in denselben Topf, ob Millionär oder Finanzanfänger.

Und das Risiko ist begrenzt – ein Fonds ist ein Sondervermögen und vor der Pleite der verwahrenden Bank gesetzlich geschützt. Ein ganz wichtiger Fakt. Dazu investiert ein Kunde in eine breite Streuung von Wertpapieren und setzt niemals auf ein Pferd.

Redaktion: Wie sieht die Zusammenarbeit zwischen Ihnen und Ihren Partnern Consortia, DJE und Hauck & Aufhäuser aus?

Dirk Fischer: Das ist schnell erklärt. Wenn man ein Finanzprodukt, wie einen Investmentfonds baut, braucht man dazu bestimmte Parteien: Einmal die Depotbank und die Kapitalverwaltungsgesellschaft, die das Fondsvermögen verwaltet und berechnet. Das macht bei den Patriarch-Fonds die 1796 gegründete Privatbank Hauck & Aufhäuser. Die Consortia AG ist in allen Patriarch-Fonds der Fondsmanager. Je nach Mandat wird sie dabei von renommierten Marktgrößen wie der DJE Kapital AG oder der StarCapital AG beraten. Wir selbst fungieren als Vertriebsgesellschaft der Consortia AG in allen Fonds und sind für die Vermarktung unserer Fondsideen verantwortlich.

Redaktion: Für Außenstehende ist die Finanzwelt wegen ihrer Komplexität schnell frustrierend. Glauben Sie, dass die Branche hier stärker auf Verbraucher zugehen und den Zugang erleichtern muss? Sehen Sie durch die Digitalisierung hier Chancen?

Dirk Fischer: Ich will da ganz ehrlich sein: Absolut. Wer sich unverständlich ausdrückt, schafft kein Vertrauen. Daher sollte jeder verantwortungsbewusste Branchenvertreter immer versuchen, sich möglichst einfach und verständlich auszudrücken.

Wir Profis stehen uns hier leider oft selbst im Weg.

Die Digitalisierung kann gleich mehrfach eine große Hilfe sein: Einmal durch eine einfachere Abwicklung des Geschäfts. Aber auch über eine stärkere Visualisierung eines nich haptischen Produktes. Komfort war bei Finanzprodukten früher oft ein Fremdwort. Ich denke, dass die Digitalisierung hier neue Maßstäbe setzen wird.

Herr Fischer, wir danken Ihnen für das ausführliche Gespräch!

Bild: © JFL Photography/Fotolia Beitragsbild: ©Dirk Fischer/Patriarch Multi-Manager GmbH

Share This