164.771 Taschendiebstähle erfasste die Polizei allein 2016 in Deutschland! Damit verzeichnete die Polizeiliche Kriminalstatistik einen leichten Rückgang um zwei Prozent zum Vorjahr. Trotzdem ergaunerten die Diebe mehr Geld. Durch den Diebstahl entstand 2016 ein Schaden von 51,5 Millionen Euro. Im Jahr 2015 waren es noch 50,8 Millionen Euro. Zudem bleiben die meisten Fälle unaufgeklärt. Lediglich 6,4 Prozent der Diebstahlfälle konnten gelöst werden.

Die Tricks der Diebe auf dem Weihnachtsmarkt

Vor allem gut besuchte Veranstaltungen – wie aktuell die Weihnachtsmärkte – machen es Ganoven leicht. Dunkelheit und dichtes Gedränge bieten Gelegenheit unbemerkt Handys, Brieftaschen und Schlüssel zu klauen. Rempeleien und  Drängeleien sowie enger Körperkontakt sind beliebte Ganoventricks. Die Polizei-Beratung macht Weihnachtsmarktbesucher auf die gängigsten Tricks der Diebe aufmerksam. Wir haben sie kurz zusammengestellt.

 

1. Der Rempel-Trick

 

Das Opfer wird angerempelt und schon ist der Geldbeutel weg. Oft genutzt wird auch eine Version dieses Tricks, bei dem zunächst der Vordermann des Opfers plötzlich stehen bleibt oder vermeintlich stolpert. Während das Opfer aufläuft oder gar stehen bleibt, greift ein Komplize in den Rucksack.

2. Der Drängel-Trick

 

Am vollen Weihnachtsmarkt, besonders vor den kleinen Buden, rücken die Menschen eng aneinander. Diebe nutzen die Gelegenheit und drängen sich dicht an den Rücken des Opfers heran. Die Geldbörse in der Tasche ist da schnell weg.

 

3. Der Stadtplan-Trick

 

Diebe, die sich als vermeintliche Touristen ausgeben, fragen das Opfer nach dem Weg. Sie bitten, sich einen Stadtplan genauer anzusehen oder ihnen den Weg zu beschreiben. Während das Opfer sich auf die Wegbeschreibung konzentriert, klauen die Diebe Wertsachen aus der Tasche.

 

4. Der Geldwechsel-Trick

 

Die Diebe bitten das Opfer eine Münze oder einen Geldschein zu wechseln. Sobald der Weihnachtsmarktbesucher seine Geldbörse zückt und diese öffnet, wird er von dem Täter abgelenkt. Die im Portemonnaie enthaltenen Banknoten sind schnell entnommen.

 

5. Der Beschmutzer-Trick

 

Das Opfer hat gerade Geld von einem Bankautomaten geholt. „Versehentlich“ wird es beim Verlassen der Bank mit Flüssigkeit oder Glühwein bekleckert. Prompt folgt der entschuldigende Reinigungsversuch des Täters und das zuvor abgehobene Geld verschwindet aus dem Geldbeutel.

6. Der Bettel-Trick

Kinder bitten den Weihnachtsmarkbesucher um eine Spende. Dabei nutzen die Diebe die Ablenkung des Opfers und greifen in die Tasche. Das Portemonnaie ist weg.

7. Der Taschenträger-Trick

Besonders ältere Damen sind von diesem Trick betroffen. Denn war der Einkauf auf dem Weihnachtsmarkt mal wieder sehr erfolgreich, sind auch die Einkaufstüten des Opfers prall gefüllt. Und vor allem schwer. „Vermeintlich“ hilfsbereite Menschen bieten gerne das Tragen der Taschen an. Doch schnell sind sie samt der entrissenen Handtasche weg. Hinterhereilen für ältere Frauen unmöglich.

So schützen Sie sich!

Regel Nummer 1: Handys, Geldbeutel und andere Wertgegentände immer in Innen- oder Brusttaschen verstauen! Auch Taschen und Rucksäcke sind leichte Beute: Diese immer an der Körpervorderseite tragen und geschlossen halten. Weitere hilfreiche Tipps gibt es unter “Schlauer gegen Klauer” – eine Initiative der Kriminalprävention.

Eine ausgefallene Maßnahme gegen Taschendiebe kommt übrigens von der Bonner Polizei. Die Beamten verteilen auf dem Weihnachtsmarkt kleine “Alarm”-Glöckchen, die an den Verschlüssen von Taschen befestigt werden, die bei Fremdkontakt sofort klingeln.

Alles geklaut!

Im Falle eines Diebstahls sollte unverzüglich die Polizei kontaktiert werden. Vor allem bei Ausweisen muss die zuständige Behörde möglichst rasch informiert werden. Geklaute Handys und Kreditkarten sind unverzüglich über den kostenfreien 24-Stunden-Sperrnotruf zu sperren.

Doch oftmals bleibt ein erhoffter Fahndungserfolg aus und die Opfer bleiben auf dem Schaden sitzen. Zumal die meisten nicht gegen Taschendiebstahl versichert sind. Einige Versicherer bieten diesen Schutz im Rahmen ihrer Hausratversicherung an. Informationen dazu gibt es in der jeweiligen Versicherungspolice.

Titelbild: ©lassedesignen

Vanessa Solleder

Ihr Ansprechpartner: Vanessa Solleder

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