Letzte Woche gab Amazon bekannt, in Nordamerika mit seinem neuen „Amazon Key“ Paket an den Start zu gehen. Ein so genanntes Smart Lock System, dass Paketboten und andere Dienstleister, während der Hausbesitzer abwesend ist, in die Wohnung lässt. Kameraüberwacht. Eine gute Idee? Mitnichten. Zumindest in Deutschland. Laut einer Umfrage, die Civey für chip.de durchführte, lehnen ganze 93 Prozent der Befragten hierzulande den Amazon-Dienst in dieser Form ab. Doch was nicht ist, kann noch werden. Wie so viele Neuerungen und Projekte des Online-Giganten. Dazu passt ein kleiner historischer Unternehmens-Rückblick.

“New Way Home“

Sangen 1996 die Foo Fighters in Anlehnung an die schöne Stadt Seattle. Und nicht nur die Stadt, sondern der „New Way Home“-Gedanke klingt beinahe nach dem „Ur-USP“ der Verkaufsplattform.

If you’re competitor-focused, you have to wait until there is a competitor doing something. Being customer-focused allows you to be more pioneering.” Jeff Bezos

Eben da, in Seattle, in einer kleinen Garage liegt der Grundstein des Versand-Imperiums von Jeff Bezos. Die Idee „Amazon“ entstand bereits 1994, als sich der gerade einmal 30-jährige Computerwissenschaftler entschloss, eine Verkaufsplattform im Internet zu schaffen. Sein Ziel: Ein unkomplizierter und weltweiter Onlineversandt. Kurzum kündigte Bezos seinen Job an der Wall Street und richtete das neue “Büro” für seine Online-Plattform ein. Zunächst unter dem Namen Cadabra.com, als kleiner Online-Buchhandel. Warum er es später in „Amazon“ unbenannte? In Anlehnung an den südamerikanischen Fluss Amazonas. Und weil „A“, wie Ambition.

„Amazon is the biggest river in the world, and he planned to make his bookstore the biggest in the world as well.“ A former Co-Worker.

Von A bis Z

Ein Pfeil. Eine Botschaft. „Wir liefern alles. Wohin Sie wollen.“

You can have the best technology, you can have the best business model, but if the storytelling isn’t amazing, it won’t matter.” Jeff Bezos.

Und das Storytelling von Amazon überzeugt. Wie auch das „lächelnde“ Logo des Online-Versandhändlers. Das „A bis Z“- CI ist genial. Die Grundaussage: Transportwege von Amerika bis Zanzibar sind kein Problem. Auch, dass jeder Kunde von der Anglerausrüstung bis hin zur Zeitschaltuhr alles beim Online-Versandhändler findet. Genau das macht Amazon aus. Stetige Weiterentwicklung, vom Online-Buchhändler zur Versandplattform. Stetige innovative Konzepte. Vom ersten Amazon Kindle bis zum hierzulande umstrittenen Amazon Key. Und wer steckt dahinter?

Alltime CEO: Jeff Bezos

Amazon CEO Jeff Bezos

Amazon CEO Jeff Bezos

Vor kurzem erst offiziell. Jeff Bezos (geschätztes Vermögen: 93,7Milliarden US-Dollar) überholt dieses Jahr, laut US-Magazin “Forbes” und der Finanznachrichten-Plattform Bloomberg, Bill Gates (geschätztes Vermögen: 89,6 Milliarden US-Dollar) als reichsten Mann der Welt. Wie er das schaffte? Mit Beständigkeit, beinahe mit Tradition. Denn Bezos ist seit Firmengründung (5. Juli 1994) dessen President, Chairman und CEO. Mit 16 Prozent ist er ebenfalls größter Aktionär des Online-Handelskonzerns. Sein Kredo:

„We’ve had three big ideas at Amazon that we’ve stuck with for years, and they’re the reason we’re successful: Put the customer first. Invent. And be patient.”

Innovation als Erfolgskriterium

Und Kundeninteresse, Erfindungsreichtum und Geduld zahlen sich aus. Alleine im dritten Quartal 2017 erwirtschaftete Amazon laut Statista ganze 43,74 Milliarden US-Dollar. Wie das Unternehmen trotz jahrelanger Tätigkeit am Markt stetig neue Produkte und zukunftsorientierte Innovationen schafft? Durch seinen Führungsstil. Nicht umsonst schrieb Fast Company, dass Amazon das innovativste Unternehmen 2017 ist. Denn anders als Apple, Google und Microsoft versteift sich Amazon nicht in eng modulierte und ineinandergreifende Systeme aus Apps und Services. Amazon kann alles. Mit jedem. Bezos setzt stattdessen auf Plattformen, die jeweils ihre Kunden optimal und schnell bedienen.

“Our customers are loyal to us right up until the second somebody offers them a better service. And I love that. It’s super-motivating for us.” Jeff Bezos.

Die Welt verändern. Zum besseren?

Seit November 2007 eine kleine Revolution in der Bücherbranche. Egal ob Kindle oder Paperwhite. Die E-Book-Reader, als tragbare Lesegeräte für elektronisch gespeicherte Buchinhalte.

Seit 2015 in aller Munde. Und sie sagt ihre Meinung. Amazon Echo mit Sprachassistenten Alexa ist ein von Amazon.com entwickeltes Audio-Gerät mit einem Lautsprecher und sieben Mikrofonen.

Die Lösung für ein Problem im E-Commerce? Ab November 2017 werden in den USA diese elektronischen Türschloss-Systeme getestet.

Amazon: Investment in die Zukunft

Einige Produkte und Ideen kamen nicht gut an. Geschadet hat es nie. Auch nicht dem Aktienkurs. Allein in der letzten Woche stieg der Kurs um knapp 13 Prozent. Denn Amazon denkt mittelfristig. In Zukunft kann Amazon Key mit der hauseigenen Dienstleistungsplattform Home Services kooperieren. Oder will der Online-Gigant tiefer in Kryptowährungen eintauchen?

Nach Informationen von Whois Lookup wurden am 31. Oktober die Domains “amazonethereum.com”, “amazoncryptocurrency.com” und “amazoncryptocurrencies.com” registriert. Die Domains sind mit Amazon Technologies, Inc., einer Tochtergesellschaft von Amazon.com, Inc., verbunden. In Anbetracht dessen, dass seit Jahresanfang der Kurs von Ether (ETH) um sagenhafte 3900 Prozent gestiegen ist – von acht auf derzeit 320 US-Dollar – ist eine Investition in Amazon immer ein gutes Geschäft.

„Work hard, have fun, make history.” Jeff Bezos.

Bilder: © Robert Kneschke, Wikimedia

 

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