Von Gold könnt ihr zwar nichts abbeißen, wenn die Zeiten mal schlecht sind. Aber ihr könnt euch davon immer was zu beißen kaufen! Egal, wie schlecht die Zeiten sind. Denn Gold behält immer seinen substanziellen Wert. Sein Geld in Gold anzulegen, ist also immer eine sichere Bank. Gold gehört zur Geldanlage dazu. Wie kauft man es? Wie lagert man es? Und überhaupt: Wie macht man sein Geld zu Gold? Hier einige goldene Regeln zum Goldkauf.

Gold geht nicht unter

Die einen sparen mit Gold gegen den wirtschaftlichen Weltuntergang. Also gegen zusammenbrechende Börsen mit Aktien-Papiere, die im schlimmsten Fall zur Anlagefalle werden und nur noch als Klopapier taugen. Andere Anleger folgen heutzutage Anleger-Ratern und -ratgebern, die sagen, man solle Gold seinem Portfolio „beimischen“. Was „beimischen“ konkret samt To Do bedeutet, das wird den Geld- und den Gelbgoldsparern und denjenigen, die es werden sollen, von den Ratgebern selten erläutert. Das ist auch unnütz, denn jeder Anleger hat dazu eine eigene Meinung, wirtschaftliche Befürchtung oder sein Bauchgefühl.

Hier erst einmal einige Goldregeln für euch Goldkinder. Gold gilt seit Jahrtausenden als der Inbegriff eines Vermögens, eines Wertes, der nicht „untergehen“ kann; etwa durch Inflation, gar eine galoppierende wie in den 1920er Jahren, oder durch andere „Börsenkräche“. Warnschüsse gibt es, weiß der Zeitungsleser: Eben den Börsenkrach vom Schwarzen Freitag, dem 25. Oktober 1929. Den Vermögensuntergang vor 1929 im ersten Weltkrieg. Und hinterher im Weltkrieg Nummer zwei. In beiden Kriegen hat der deutsche Staat seine Bürger zugunsten der Kriegsrüstung arm gemacht.

Nein, ein Börsenkrach ist noch kein Weltuntergang

NEIN und um ein verbreitetes Missverständnis auszuräumen: 1929 ist die Welt noch nicht zusammengebrochen, „nur“ die Börsenkurse in New York fielen innerhalb weniger Tage. Der US-Aktienindex Dow Jones fiel damals ab dem Schwarzen Freitag, dem 25. Oktober, innerhalb einer Woche von 326 auf 230 Punkte. Also um rund ein Drittel der Aktienwerte. Danach waren zwar viele Anleger gebeutelt, aber (merke!) sie hatten immerhin noch zwei Drittel ihres Vermögens, das darf man nicht vergessen. Pleite waren aber damals die Zocker, denn Derivate, Wetten auf zukünftige Kurse von Schweinehälften oder Orangensaft, gab es vor hundert Jahren schon.

Erst in den Folgejahren ab 1930 entwickelte sich langsam, aber stetig die „Große Depression“, die Weltwirtschaftskrise. Weil Banken und Börsianer sich nach 1929 nicht mehr gegenseitig vertrauten und die wirtschaftlichen Tätigkeiten massiv zurückgingen. Es wurde weit weniger als vorher in Unternehmen investiert, Häuser oder Straßen gebaut oder Güter produziert. Goldrichtig lagen damals Leute mit Goldstücken unter dem Kopfkissen, weil sie das edle Metall gegen Lebensmittel oder Güter eintauschen konnten.

Vor Gold an Aktien denken

Kurz zurück zur Nachkriegszeit, genauer zu den beiden Nachkriegszeiten: Aktien waren 1918 und 1945 keineswegs wertlos! Lange vor dem neuzeitlichen Wert von Kundenkarteien (heute Dateien) und Marktwert x Umsatz wurde der Wert von Aktien vor 80 oder 100 Jahren an dem Wert etwa der Produktionsanlagen der Aktien ausgebenden Unternehmen gemessen.

Etwa die Stahlunternehmen Thyssen und Krupp (heute zu ThyssenKrupp fusioniert und bald mit der indischen Tata?) waren nach den Kriegen keineswegs wertlos; verfügten sie doch damals über sehr gegenständliche Werte. Genau gesagt über die Hochöfen und Stahlwerke, die ab den Fünfzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts zu Symbolen des deutschen „Wirtschaftswunders“ wurden.

Warum das hier erwähnt wird, fragt ihr? Weil Aktien auch in schlechtesten Zeiten den Wert eines Unternehmens repräsentieren. Gold ist eine Alternative, aber nicht zwangsläufig eine „Fluchtwährung“ in schlechten Zeiten. Merke die Metzger- und Bestatter-Regel: Gegessen und gestorben wird immer (kauft Sarg- und Fleischaktien!).

Mir egal. Wie kaufe ich Gold am sinnvollsten?

Dazu gleich eine weitere Goldregel: Gold zahlt keine Zinsen. Kauft ihr heute einen Klumpen Gold, ein Nugget oder einen Barren oder eine Goldmünze, wie etwa den südafrikanischen Krügerrand, dann wird dieses Stück Gold im nächsten Jahr nicht gewachsen sein. Niemand wird eurem Goldstück ein Stück „Zins“ anschweißen. Gold entwickelt sich mit seinem Marktwert. Steigt der Goldpreis, dann steigt der Tauschwert für euer Goldstück. Gold könnt ihr physisch kaufen. Geld bezahlen, Gold in Form von Münzen oder Barren kassieren, mitnehmen und zuhause oder bei der Bank einlagern. Jedenfalls empfiehlt sich als Goldlager ein Tresor. Ihr könnt auch Gold als Wert kaufen. Etwa als Indexfonds (ETF) oder so genannte Exchange Traded Commodities (ETC). Dann müsst ihr auf dem Verwahrer eures Schatzes vertrauen, dass der euch auf Anforderung auch den erworbenen Gold- oder Geldwert herausgibt.

Goldquelle Degussa

Ihr könnt auch an die Goldquelle gehen und Aktien von Goldminen kaufen. Manchmal finden diese Minen über die Jahre gesehen mehr, manchmal weniger Gold. Ihr könnt auch in neue Goldminen investieren, dann ähnelt eure Investitionen aber einem Vabanque-Spiel, hopp oder topp. Finger weg, wenn ihr euch nicht damit auskennt. Und mal ehrlich: Wer von uns, der Autor dieser Zeilen eingeschlossen, kann schon „riechen“, wo Gold liegt?

Wer mit seinem Geld Gold kaufen will, der sollte an die denkbar seriöseste deutsche Quelle gehen. Zur Degussa, der Deutschen Guss- und Scheideanstalt Aktiengesellschaft. Das sind die, die aus Golderz, geerbten dritten Zähnen oder Elektronikmüll Gold scheiden und handelsfähig machen. Seit neuestem bietet die Degussa einen so genannten Goldsparplan an. Ab 50 Euro im Monat kann der Goldsparer damit nach und nach Münzen kaufen.

Der „VW Golf der Goldhändler“

Auf Raten gekauft, kostet eine 100g-Goldmünze zurzeit rund 4.200 US-Dollar oder 3.560 Euro. Wer also 100 Euro im Monat „vergoldet“, dem gehören nach knapp drei Jahren 100 Gramm Gold. Achtung: Da der Goldpreis am US-Dollar hängt, besteht beim Goldkauf immer das entsprechende Währungsrisiko Euro zu US-Dollar. Ein Euro kostet zurzeit 1,18 US-Dollar. Um die Jahrtausendwende herum, in den Jahren 2000 bis 2002, lag der Kurs aber auch schon mal bei lediglich 0,90 US-Dollar.

Zurück zum „VW Golf der Goldhändler“, der deutschen Degussa AG. Das Unternehmen bietet aktuell den Goldkauf via Sparplan ohne Kaufaufschläge an und verlangt jährlich 0,48 Prozent Verwaltungsgebühren. Gegen rund 20 Euro (Selbstabholer) pro Goldstück oder 32 Euro (Wertspedition) verschickt Degussa das Gold auch an die Kunden.

Contra Aurum

Dagegen stehen die Konditionen von Pro Aurum, die mit Volks- und Raiffeisenbanken kooperieren. Dort werden Goldbestände bis 30.000 Euro für 0,90 Prozent inkl. 19 Umsatzsteuer des Wertes gelagert, also für knapp 270 Euro pro Jahr. Teurer, nein noch teurer wird es übrigens, wenn der Anleger bei Pro Aurum physisch Silber bunkert: 1,75 + 19 Prozent Umsatzsteuer = 2,08 Prozent des Wertes (bis 30.000 Euro). 2,08 Prozent?! Contra Aurum: Dann kauft euch lieber gleich einen teuren Aktienfonds!

Zudem sind die Kosten von Pro Aurum auf deren Webseite nur schwierig abzulesen, man muss sie regelrecht recherchieren und dort unter „So funktionierts’ – Preise und Formulare“, nun … eher zufällig, finden.

Lagerpreistabelle auf proaurum.de

Mehr zu Geld und Gold kaufen, hat das Fachportal Brokervergleich.de zu dem Thema zusammengefasst.

Pro-Tipp 1.0: Finger weg von teuren, dubiosen Goldsparplänen, die in der Finanzwelt kursieren.
Pro-Tipp 2.0: Kauft eher kleinere Münzen (siehe Pro-Tipp 2.1).
Pro-Tipp 2.1: In schlechten Zeiten nicht mit dem großen 1-Kg-Goldbarren (derzeit 35.000 Euro wert) zum Metzger einkaufen gehen, weil der für das „Wechselgold“ einen Schneidbrenner plus Feinwaage bräuchte. Alternative: Ihr kauft einen Audi A4 Diesel zum Kurs 1:1 🙂

Titelbild: © grape_vein

Ihr Ansprechpartner: Markus Rieksmeier

Versicherungskaufmann/-fachwirt, Fachbuchautor und Wirtschaftsjournalist.

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