Mildes Klima, malerische Strände, gutes Essen. Das wünschen sich viele Menschen für ihre Rente. Schon 234.000 deutsche Rentner verbringen ihren Lebensabend im Ausland. Der beliebteste Ort zum Auswandern ist die Schweiz (26.000). Dicht darauf folgen die USA (24.700), Österreich (23.700) und, wie sollte es anders sein, Spanien (20.400). Laut FOCUS Online lohnt sich das Auswandern im Ruhestand besonders in diese Länder:

  1. Polen
  2. Tschechien
  3. Ungarn
  4. Österreich
  5. Spanien

Bei der Bewertung spielen insbesondere Kosten, medizinische Versorgung und Kriminalität in den jeweiligen Ländern eine große Rolle. Und natürlich die Sprache. Wer plant, seinen Ruhestand im Ausland zu verbringen muss zusätzlich einige Dinge beachten.

Die Sache mit den Steuern

Zu allererst wäre da die Sache mit den Steuern. Verlegt der Rentner seinen Lebensmittelpunkt ins Ausland ist er beschränkt steuerpflichtig. Somit sind die Steuern am neuen Wohnort zu entrichten. Aber Vorsicht: Vorzüge wie Ehegattensplitting oder Grundfreibetrag gelten dann nicht mehr. Unter Umständen führt das zu einer erheblichen Mehrbelastung. Die Lösung: Der Rentner stellt einen Antrag auf unbeschränkte Steuerpflicht. Er zahlt dann weiterhin Steuern in Deutschland.

Doppelbesteuerung: Wenn der Fiskus zweimal klingelt

Auch eine Doppelbesteuerung ist möglich, wenn Deutschland kein entsprechendes Abkommen mit dem neuen Heimatland ausgehandelt hat. Das bedeutet: Der Rentner wird doppelt zur Kasse gebeten. Deutschland hat aber mit einer Reihe von Ländern Abkommen geschlossen, die das verhindern.

Welche Länder haben ein Steuerabkommen mit Deutschland?

Wer hier lebt, zahl seine Steuern in Deutschland:

  • Belgien
  • Dänemark
  • Das Vereinigte Königreich
  • Irland
  • Italien
  • Kroatien
  • Niederland
  • Österreich
  • Polen

Diese Länder kassieren vor Ort:

  • Spanien
  • Schweiz
  • USA
  • Griechenland

Wer die EU verlässt, verliert seine Riester-Zuschüsse

Wen es aus der EU zieht, der kann sich von seinen staatlichen Zuschüssen zur Riester-Rente verabschieden. Auch mit der Krankenversicherung ist es nicht so einfach. Innerhalb der EU behalten Versicherte zwar ihren Schutz. Trotzdem müssen sie oftmals höhere Selbstbeteiligungen aufbringen. Bei der Pflegeversicherung ebenfalls. Außerhalb der EU ist das anders. Hier muss man sich oft teuer privat versichern. Außer das Zielland verfügt über ein Abkommen mit Deutschland. Dann sind auch gesetzlich Versicherte fein raus.

Länder mit einem Partnerabkommen zur gesetzlichen Krankenversicherung

  • Türkei
  • Tunesien
  • Mazedonien
  • Serbien
  • Montenegro
  • Bosnien-Herzegowina
  • Chile
  • Australien
  • Kanada
  • USA
  • China
  • Indien
  • Israel
  • Japan
  • Korea
  • Kroatien

Dein Geld kann mehr

Informationen zu einem entspannten Lebensabend im Ausland gibt es von vielen Stellen. Zum Thema Krankenversicherung geht das zunächst bei der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung – Ausland (DVKA) der gesetzlichen Krankenkassen. Wer privat versichert, ist macht das natürlich bei seinem Versicherer. Fragen zur Rente im Ausland beantwortet die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV). In jedem Fall ist eine ausführliche Beratung bei der Krankenversicherung und dem Rentenberater für einen sorgenfreien Lebensabend im Ausland unverzichtbar!

Titelbild: © meryll/Fotolia

Ihr Ansprechpartner: Konstantin von Essen

Hamburger Jung mit einer Schwäche für Zahlen, Daten und Fakten. Schreibt manchmal lustig, meistens nüchtern und am liebsten über Investment- und Wirtschaftsthemen.