Jeder Dritte nutzt das Internet für Bankgeschäfte. Laut Branchenverband Bitkom sind das immerhin 70 Prozent und damit ganze 38 Millionen Menschen. Seinen Kontostand überprüft jeder Befragte (100 Prozent) und viele tätigen ebenfalls ihre Überweisungen (96 Prozent) via Netz. Immerhin: Bereits 36 Prozent der online-affinen Kontoinhaber nutzen ihr Smartphone für Bankgeschäfte, mit steigender Tendenz. Einige Mobile-Anbieter wie Outbank prophezeien deshalb bereits das Aus für klassische Finanzberater. Doch so bequem mobile Banking erscheint, es gibt Bedenken. Vor allem in Fragen der Sicherheit.

Von Online zu Mobile

Die Zeit, in der Kunden ihre Zahlungen, Überweisungen und Transaktionen unmittelbar in einer Bankfiliale abwickelten, ist vorbei. Die Führung eines Kontos über das Internet, das Online-Banking, hat sich etabliert. Alle gängigen Kreditinstitute bieten die Möglichkeit, ihre Dienstleistungen über Web-Browser zu tätigen. Als sich das Smartphone vom einfachen Telefon zum Alleskönner evolutionierte, stiegen die Banken auf Mobile-Banking per Apps um.

Vorteile der Mobile-Banking Apps:

Nutzerfreundlichkeit
Der Kunde hat eine rund um die Uhr Verbindung zu seiner Bank. Direkte Terminabsprachen können bequem per Knopfdruck gemacht werden. Servicefunktionen wie Kartensperrung finden sich schnell im Überblick.

Mobilität
Eine Bindung zu Bankfilialen ist nicht mehr notwendig. Der Kunde kann sich weltweit bewegen und es reicht zur Interaktion mit der Bank eine Verbindung mit dem Internet.

Funktionalität
Der Kunde erhält bequem Einsicht in seine Konto- und Depotverwaltung. Auf Wunsch können Finanzinformationen eingeholt werden. Und es lassen sich Sparziele eingeben und mit einer graphischen Darstellung verfolgen.

Finanzberater in der Hosentasche?

Deutschlands bekannteste Banking-App Outbank geht einen Schritt weiter. Die aktuelle, umgebaute Version der App bietet daher die Möglichkeit einen umfassenden Finanzplan zu erstellen. Nutzer können ab sofort nicht nur Buchungen und Überweisungen verwalten und kategorisieren, sondern ebenfalls Mitgliedschaften, Versicherungen, Kredite, Abos und sonstige Verträge mit wiederkehrenden Kosten einpflegen. Rechnungen, Gehaltszahlungen oder Bezüge wie Kinder- oder Arbeitslosengeld können ebenfalls erfasst werden. Aus den Daten will Outbank eine monatliche Bilanz berechnen und Sparvorschläge unterbreiten, falls beispielsweise die Heizkosten zu hoch sind und der Wunsch nach Einsparungen besteht.

Der Gedanke dahinter ist, Finanzberater gänzlich zu umgehen. Mit Outbank und ihrer Banking-App kooperiert bereits das Verbraucherportal Verivox und der Berliner Versicherungsmanager Clark. Erste Schritte sind bereits getan. Doch bis eine App einen kompetenten Berater zur Gänze ersetzt, ist es noch ein langer Weg. Einige können beruhigt aufatmen.

„Ich hätte da noch eine Frage…“

Die Entwicklung der Applikationen für Bankgeschäfte und der Wunsch nach Mobilität lassen sich nicht aufhalten. Bei allem Komfort und aller Bequemlichkeit, wankt weiterhin der Aspekt der Sicherheit. Schließlich sind Sicherheitsbedenken der häufigste Grund, warum viele Nutzer auf digitales Banking via App vorerst verzichten. So gaben laut Statista lediglich 47 Prozent der Befragten in Deutschland (2015) an, Mobile-Banking zu nutzen. Es gibt einige Tipps die es zu beachten gilt, um die Risiken einer Banking-App zu minimieren.

Software Tipps:

Updates immer installieren
Trojaner, Malware und Viren gelangen in ein Betriebssystem oder eine Banking-App oft durch bekannte Sicherheitslücken. Auch die Entwickler wissen das und kontern kriminelle Hacker-Versuche mit laufenden Updates. Sicherheitsupdates, ob des Web-Browsers oder der Apps, sind immer auf dem neuesten Stand zu halten.

Virenscanner nutzen
Sowohl für den Heim-PC, als auch für alle Betriebssysteme gängiger Smartphones (Android, Apple iOS oder Windows Phone). Alle gängigen Virenprogramme gibt es auch für mobile Endgeräte und sollten installiert und regelmäßig genutzt werden.

Vertrauenswürdige Apps
Die Quellen der Programme und deren Zugriffsrechte checken. Am besten nur Apps aus vertrauenswürdigen und offiziellen Quellen, installieren. Wie Sie Zugriffsrechte einzelner Apps überprüfen und gegebenfalls deaktivieren können finden Sie hier.

Gesichertes WLAN
Immer das eigene Heim-Netz für den Kontenzugriff verwenden oder gesicherte WLAN-Verbindungen des Mobilfunkbetreibers nutzen.

Kontodaten niemals speichern
Auf keinen Fall TAN-Listen, PIN-Nummern oder andere Zugangsdaten auf dem Smartphone speichern, die Folgen eines Handydiebstahles wären damit fatal.

Laufende und regelmäßige Kontoüberprüfung
Wie früher den monatlichen Kontoauszug, sollten Kontodaten und Online-Zugänge in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Ebenfalls sollten Buchungsdaten und Kontobewegungen regelmäßig auf dem PC archiviert werden.

Hardware Tipps:

Bankdaten niemals preisgeben
Anfragen per SMS oder Phishing-E-Mails (die zur Eingabe der Zugangsdaten für das Mobile-Banking auffordern) ignorieren! Denn Banken stellen generell keine Fragen nach Passwörtern oder PIN-Nummer in E-Mails. Eine Bank schreibt seine Kunden bei wichtigen Anliegen immer auf dem postalischen Weg an.

Sperrfunktion des Handys nutzen
Ein Handy sollte ohne Aufsicht nirgendwo liegen gelassen werden. Sollte es dennoch mal vorkommen, so ist die Nutzung einer Sperrfunktion Pflicht. Nach Ablauf einer gewissen Zeitspanne sperrt sich das Handy selbst und kann nur durch eine Code-Eingabe wieder genutzt werden.

Bild: (c) Patrick Daxenbichler

Nikita Mitryaev

Ihr Ansprechpartner: Nikita Mitryaev

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